CUCULA – Ein Modellprojekt im Spannungsfeld von Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Bildung

Politics & Society
re:publica 2015

Kurzthese: 

Als Modellprojekt sucht CUCULA nach neuen Wegen und formuliert Lösungsvorschläge für die Flüchtlingspolitik. Konkret und direkt handeln, unabhängig und flexibel bleiben, interagieren, experimentieren und aktivieren, um gemeinsam Perspektiven zu schaffen und in Dialog zu treten inmitten einer hoch komplexen und aufgeheizten Debatte.

Beschreibung: 

Durch die Verknüpfung von Design, Bildung und Wirtschaft möchte CUCULA neue Möglichkeitsräume für den Einzelnen und für die Gesellschaft schaffen. Als Designmanufaktur, Bildungsprojekt und Plattform für interdisziplinären und interkulturellen Austausch setzt sich das Projekt mit gesellschafts-politischen und kulturtechnischen Fragen auseinander. Durch die Erprobung des Modells versuchen wir neue Wege zu finden, um gegebene Strukturen zu hinterfragen und Alternativen zu formulieren.

Um Utopien den Sprung in die Realität zu erleichtern, brauchen wir die “Abbildung eines realen Vorscheins“ – so schon die Theorie des Philosophen Ernst Bloch. CUCULA ist so ein „Vorschein“: Im Gegensatz zur theoretischen Debatte über die Situation von Flüchtlingen in Europa, wollen wir eine pragmatische und unmittelbare Praxis des Handelns umsetzen und gleichzeitig eine neue Willkommenskultur erproben.

In Form eines kleinen Betriebes - ein Unternehmen von und für Flüchtlinge – möchte CUCULA durch die Fertigung bekannter Möbelklassiker von Enzo Mari ganz konkret reale Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Flüchtlinge schaffen.

Neue Medien und deren Möglichkeiten der Kommunikation sowie gesellschaftliche Beteiligung spielen eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt das Crowdfunding hat es uns ermöglicht die individuellen Erfahrungen der Geflüchteten mit einer breiten Öffentlichkeit und darüber hinaus mit einem funktionierenden Geschäftsmodell zu verbinden. 

Durch die täglich enge Zusammenarbeit mit Geflüchteten lernen wir viel über die Erfahrungen, die Bedürfnisse und den Antrieb des Individuums. Diese Betrachtung im Kleinen und in Verbindung mit den grossen Herausforderungen angesichts der aktuellen Flüchtlingsströme nach Europa, lässt uns die Fragestellungen an die Union in neuem Licht sehen. Es zeigt wie schwierig es für Menschen aus anderen Kulturkreisen ist, unter dem Stigmata des Flüchtlings, in dieser heterogenen Gruppe der Eurozone anzudocken und wie hoch der Grad der Abschottung ist.

Welche Position nimmt die EU im Zuge dieser globalen Wanderung ein? Fördern wir Abschottung oder Willkommenskultur?

Inwieweit kann Europa als „Festung“ sich dieser vollziehenden Zivilentwicklung standhalten?

Und welche Chancen und Möglichkeiten birgt diese Entwicklung?

 

STG-8
Mittwoch, 6. Mai 2015 - 11:15 bis 11:45
Deutsch
Vortrag
Fortgeschrittene

Tracks

Speakers

Designerin / Vorstand
Konzept, Bildung, Recht und Soziales