Mit Virtual Reality neue Welten auf der re:publica TEN entdecken

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VR flashmob at #rpTEN

Virtual Reality war eines der impulsgebenden Themen auf der diesjährigen re:publica. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten und an unterschiedlichen Orten wurde die neue Technologie besprochen, vorgeführt und getestet.

Doch so neu ist die Idee von Virtual Reality nicht. Schon in den 1990er-Jahren hatte diese Technologie einen Aufwind. Wir erinnern uns nur an "Start Trek" und das Holodeck als einen Vorgeschmack, was wir uns von einer immersiven Technologie erhoffen konnten. Seit letztem Jahr erlebten wir eine Welle neuer VR-Abspielgeräte. Ihre erweiterten Anwendungsmöglichkeiten haben uns gezeigt, dass sich diese Technologie (diesmal aber wirklich) in vielen Lebensbereichen ausbreiten und potenziell unser Medien- und Konsumverhalten aufs Neue verändern könnte.

VR-Schaukel auf der MEDIA CONVENTION Berlin

Der Begriff "Immersion" taucht dabei immer mit auf. Er bedeutet das Eintauchen in die Inhalte und steht dafür, dass RezipientInnen von Geschichten ganz umgeben seien möchten oder sollen, ob in Kunst und Kultur, Gaming, Journalismus oder dem Gesundheitswesen. In den Diskussionen hat sich auf den unterschiedlichen Bühnen ergeben, dass dies einem Bedürfnis nach Nähe und Intimität geschuldet sein könnte. Es wurde brennenden debattiert, ob nicht gerade das Gegenteil mit den VR-Technologien passiere und wir uns von nun an langsam gänzlich in eine virtuelle Welt abkapseln. Das Experiment versuchten Sara Vogel (VRNerds) und Thorsten Wiedemann (A.Maze). Sie begaben sich auf einen 48-Stunden-Trip in die Virtualität. Noch nie war jemand so lange ohne Unterbrechung darin. Im labore:tory präsentierten sie dazu die Weltpremiere von "Disconnected – a 48 hour VR Trip".

Das labore:tory war dieses Jahr als neuer Veranstaltungsort dabei. Dort fokussierten wir uns an dreien Tagen auf unterschiedliche Schnittstellen zwischen Kulturproduktion und Technologie (Tag 1: Musicday, Tag 2: Immersive Arts, Tag 3: #FASHIONTECH Berlin). Jan Keno Jansen (‘ct, Heise) eröffnete mit einer Keynote unser Experimentierlabor, Im Panel "AR/VR is pushing Music" wurde nach den Potenzialen für das Musikerlebnis aus des Sicht von Motiondesignern gefragt. Im Bereich der Kunst und der Bühne zeigten sich bei "Immersive Arts" konkrete Anwendungsmöglichkeiten und sogar eine Adaption von Schillers Klassiker "Die Räuber". Die #FASHIONTECH Berlin-Subkonferenz startete mit Christian Zöllners Vortrag "I VR my sunglasses at night" und beschäftigte sich dabei mit der Ikonografie und Ästhetik von Virtual-Reality-Brillen.

Das dichte Bühnenprogramm im labore:tory wurde von einer wechselnden VR-Ausstellung über zwei Stockwerke begleitet. Realisiert wurde diese am Musicday mit Unterstützung des Berliner Senats für Wirtschaft, Technologie und Forschung/ Projekt Zukunft und kofinanziert durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) Dabei waren auch zwei Projekte der Mediadesign Hochschule für Design und Informatik aus Berlin. Für diese beiden Etagen vertrauten wir auf die Expertise des Ersten Deutschen Fachverbands für Virtual Reality (EDFVR). Diese Kooperation sollte Synergien und den Dialog zwischen den beiden Netzwerken fördern. Sogar Kultursenator Tim Renner ließ es sich nicht nehmen zu Besuch zu kommen und einige der Projekte selbst zu testen.

"VR-Masken" am ZDF / ZDFneo-Stand

Neben dem labore:tory wurde Virtual Reality auch auf dem ganzen Gelände der STATION großgeschrieben. Eine Attraktion auf der re:publica TEN war das DOMZELT im Außenbereich re:lax. In dieser Kuppel mit einem Durchmesser von zehn Metern konntet ihr in der Gruppe diverse immersive Inhalte erleben. Auch auf der MEDIA CONVENTION Berlin war ein Ausstellerbereich mit VR-Technologien eingerichtet. In der Aussteller-Halle der re:publica haben unter anderem ZDF und ZDFneo VR- und 360-Grad-Inhalte am Stand für jede TeilnehmerIn erlebbar gemacht: Ihre fünf thematischen "VR-Masken" mit integrierter VR-Brille konnte von jeder ausprobiert werden.

Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles mit dem re:publica-VR-Cardboard

Dazu gab es weitere Aktionen zum Thema VR von der Deutschen Bahn sowie einen Flashmob mit VR-Brillen von Google. Als besonders Jubiläumsschmankerl waren auf der re:publica TEN ganz spezielle Google Cardboards erhältlich, die im Design der re:publica gestaltet waren. An Tag 2 organisierten wir um Punkt 14:45 Uhr einen Flashmob im Zeichen der virtuellem Realität, bei dem mehrere hundert BesucherInnen sich im Hof der STATION versammelten und sich die Cardboards vors Gesicht hielten. Sogar Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles zeigte sich von den neuen Möglichkeiten durch Virtual Reality beeindruckt.

So viel virtuelle Inhalte! Wenn ihr bei dem riesigen Angebot nicht alles selbst ausprobieren konntet, könnt ihr im Video sehen, wie es den VolontärInnen des Bayerischen Rundfunks erging. Sie haben sich einem Selbsttest unterzogen und einige VR-Projekte ausprobiert.

Wie es mit Virtual Reality in den kommenden Monaten weitergehen wird, bleibt spannend. Einerseits liefern sich die Hersteller einen Wettlauf um neue Brillen. Andererseits wurden auf der re:publica TEN Stimmen laut, die auch einen Aufschwung für Augmented und Mixed Reality prophezeiten, da dort die Anwendungsmöglichkeiten viel breiter und flexibler seien. Wir bleiben dran!

// Bildnachweis: re:publica/Gregor Fischer, Jan Michalko, Jan Zappner (CC BY 2.0)

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